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Berlinale 2011

Eine Fügung des Schicksals verhindert in diesem Jahr Schnee und Eis am Potsdamer Platz  

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Berlinale

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Alle Jahre wieder...

Schon im ICE ist man überall umgeben von Menschen, die über die anstehenden Berlinale-Termine, die Filme und Events diskutieren. Hat eigentlich mal jemand ausgerechnet, wie viele Münchner, Kölner, Düsseldorfer und Hamburger zum Festival nach Berlin reisen? Eigentlich müssten die Bahn und all die Fluggesellschaften allein schon aus Eigeninteresse die Berlinale kräftigst sponsern...

Berlinale- in diesem Jahr für von frühlingshaften Temperaturen verwöhnten Besucher aus dem Süden des Landes ernüchternd kalt und windig bleiben uns Schnee und Eis glücklicherweise erspart.

Für die Promis am roten Teppich (dieses Jahr ist die Stardichte relativ niedrig, was die Chancen auf gute Filme erhöht, schließlich muss man keinen US-Ramsch spielen nur um prominente Schauspieler als Gäste zu kriegen), ist das Ausbleiben von Schnee und Eis ein Geschenk. So müssen sie in ihren Anzügen und Abendkleidern nur frieren, nicht aber durch den Schneematsch waten, wie im Vorjahr.

Rund um den Potsdamer Platz leuchtet wieder die obligate Weihnachtsbeleuchtung. 

Auch in diesem Jahr finanzieren die Fachbesucher die Festspiele kräftig mit, die Presse zahlt 60, Fachbesucher zahlen sogar 100 Euro für die Akkreditierungen und die obligate Berlinale-Tasche ist in diesem Jahr weniger PVC-haltig, dafür aus Stoff. Den Katalog kriegen die Akkreditierten auch nicht mehr, den darf man dazukaufen, wenn man mag,- das Filmbusiness kostet eben.

Auch in diesem Jahr ist der Saal mit den Ticketcountern nicht mehr der ort, wo man seine Wunschfilme auswählt. Man geht nicht mehr mit einer Liste der gewünschten Filme an den Counter, sondern man schaut auf die aufgeklebten Listen am Desk, welche der noch nicht ausverkauften Filme man schließlich anschauen mag. Kinolotto.

Berlin 2011

Wie in jedem Jahr strahlt der Berlinale-Palast im hellen Scheinwerferlicht.

Warum nur hat noch niemand den Berlinale- Empfänge- Katalog herausgegeben, das wäre doch mal eine Marktlücke. Denn die Frage, wo die nächste Party, der nächste Empfang, wo welche Geheimvorführung oder das Essen mit den Coen-Brüdern stattfindet, beherrscht die Gespräche vieler Fachbesucher.

Sonntag, 13. Februar

Berlin

Pressecenter im Berlinale-Palast...

Der Berlinale Palast mit seinem roten Teppich ist auch in diesem Jahr Zentrum der medialen Selbst-Inszenierung. Wie vor dem Ritz-Carlton in New York müssen auch hier am roten Teppich befrackte verkleidete junge Männer auf die VIP-Autos warten, die nicht selten lediglich vom 30 Meter entfernten Hotel die Promis zum Teppich fahren.

Erfreulich die langen Schlangen an den öffentlichen Ticket-Schaltern,- tapfere Berliner Kinobesucher und Schlangen auch an den Souvenir-Shops zur Berlinale,

In den Arkaden ist natürlich nicht einfach verkaufsoffener Sonntag, sondern "Berlinale-Shopping".

Weil man die Zukunft nicht verschlafen will, dürfen 3 D Filme im Festival nicht fehlen, so werden Wim Wenders "Pina" und Ocelots "Les Contes de la Nuit" selbstverständlich mit Brillen geschaut. Selbst die Kanzlerin begutachtet die Hommage an Wuppertals Tanzkünstlerin dreidimensional.

An "Les Contes de la Nuit", einem Trickfilm, der vier Märchen dreidimensional erzählt, kann man hervorragend die Möglichkeiten und Grenzen von 3 D ablesen. Letztlich erinnern die schwarzen Figuren von dreidimensionalen Hintergründen stark an Lotte Reiningers Scherenschnittfilme, natürlich in heutiger, zeitgemäßer Anmutung, die eher an Matrix denken lässt.

Die Geschichten von Prinzässinnen, Rittern und der Liebe bleiben recht vordergründig und zeigen in ihrer Einfachheit auch die Grenzen von 3D. Die neuen räumlichen Dimensionen sind bisher wohl eher mit einer Reduktion der Inhalte und anderer Erzählebenen verbunden.

Montag, 14. Februar

Berlin

Volle Bühne bei arte...

Morgens scheint die Sonne auch wenn der eisige Wind einem auf der Straße gleich wieder entgegenpustet. Ein Tag reich gefüllt mit Veranstaltungen...

Am Nachmittag zum fünften Mal ein Familientreffen auf Einladung der HFF München, als Möglichkeit jetzige Studierende, Ehemalige und Freunde bei Kaffee und Kuchen zu treffen.

Der arte Empfang in der der Akademie der Künste hatte diesmal den Charakter einer Live-Talkshow, weil so viele Polit,- und Festivalpromis Reden halten mussten, dass über eine Stunde lang Reden und ihre jeweiligen Übersetzungen ins Französische oder Deutsche gehört werden mussten.

Neben vielen Regisseuren, Produzenten und Schauspielern, die eher ein oder maximal zwei Filme im Jahr für den Kulturkanal verwirklicht haben, lief auch die arte- Sendezeit-Großmeisterin Sarah Wiener über den Empfang,- die, wenn man die Wiederholungen mitzählt, in manchen Monaten auch gerne mal 50 Kochsendungen auf arte bestreitet.

Berlin

Empfang von A Company im Tucher

So langsam machen sich die Europäer, das zeigen einige Gespräche, Sorgen darüber, wie viele Kinofilme jedes Jahr entstehen. Aktuell sind es europaweit ca. 1200, eine Zahl, die schon andeutet, dass diese unmöglich alle in den Kinos gestartet werden können. Parallel dazu gehen die Zuschauerzahlen für europäische Filme in den Kinos weiter zurück, wodurch die Möglichkeiten für die Produzenten geringer werden, mit diesen Filmen Geld zu verdienen und neue Filme herzustellen. Alternative Vertriebswege deuten auch keine Lösungen für Arthouse-Produzenten an. 

Abends dann der Empfang von A Company, eeap, TCME und Gala Media im Tucher gleich gegenüber der Akademie der Künste, ein gemütliches, musikalisch anregendes Treffen und gute Gespräche.

Ab 22 Uhr dann feierte MEDIA das Zwanzigjährige Bestehen als Party, eine Veranstaltung die klarmacht, wie viel Bedeutung MEDIA gerade für Independent-Produzenten all die Jahre gewonnen hat. Die Sparpläne der EU greifen derweil einmal mehr zuerst bei der Kultur und so muss auch MEDIA um die finanzielle Ausstattung fürchten.

Dienstag,15. Februar

Der Tag begann gut,- der Kodak Empfang in der Vertretung von Baden Würtemberg war einmal mehr ein angenehmes Event und Wiedersehen mit zahlreichen Kollegen. 

Ein freundlicher, ein unprätentiöser Empfang, keine Ansprache,- alle wissen worum es geht, sondern freundliche Begrüßung durch das Kodak-Team und ein unbefangener Vormittag. Die Einladung ist ein starkes Zeichen von Kodak für das Kino, längst ist das digitale Drehen fast in Augenhöhe zum analogen Film angekommen, doch auch dort bewegt sich das Unternehmen dank zahlloser grundlegender Patente auf sicherem Gelände. Und ein Zeichen für den Nachwuchs,- viele Filmstudierende mischten sich unter die Film-Profis.

Im Europäischen Filmmarkt werden bereits die ersten Stände abgebaut- Dienstag- da wurde offensichtlich gut und schnell  verkauft,- schließlich läuft der Markt noch bis Freitag.

Mittwoch, 16. Februar

Berlin

Empfang in der Vertretung des Saarlandes

Der Frühstückempfang der Filmanwälte von SKW Schwarz, der "early morning brunch"  im Berlin Capital-Club bringt einmal mehr Entscheider und Kreative der Medienlandschaft zusammen. Bei der kurzen Begrüßung erinnert Dr. Mathias Schwarz daran, dass nur wenige Tage nach der Berlinale ein Gerichtsurteil entscheiden soll, ob die Förderung von Filmen durch den Bund überhaupt verfassungsgemäß ist. Eine nicht ganz unwichtige Entscheidung also, die schwerwiegende Konsequenzen für die heimische Filmindustrie haben könnte.

Zwischen den Croissants besprechen Vorstände, Redakteure, Festivalchefs, Produzenten und ihre Anwälte all die Themen, die einmal mehr deutlich machen, dass Film jenseits der Kreativität noch ganz andere Seiten hat..

Am Nachmittag dann der Empfang des Saarlandes und die Vorstellung einiger Gewinner der Preise des diesjährigen Max-Ophüls Festivals in der Vertretung des Saarlandes. Die Bürgermeisterin der Stadt Saarbrücken lädt die Welt in ihre Landeshauptstadt ein und bittet anwesende Gäste um Sponsoring für das nächste Ophüls-Festival, man spürt unmittelbar, wie sehr die Saarländer ihr Nachwuchsfestival lieben und wie beherzt Sie dafür kämpfen.

 
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