Startseite
Filme 2005
Nach oben Filmschule Aktuell Community Seminare
 
 
Suche Startseite Druckansicht E-Mail ans Movie-College

Ein Projekt von

Das Movie-College sucht Partner und Sponsoren! mehr...

Berlinale Bär

Der Berlinale-Bär regiert bis zum 20. Februar den Potsdammer Platz   

Auf dieser Seite Verwandte Seiten

Empfehlungen und Verfehlungen

Thumbsucker

Hotel Rwanda

Asylum

Sophie Scholl- Die letzten Tage

Schatten der Zeit

One Day in Europe

Die Farbe der Milch

Das Tausendjährige Feuer

Dancing with myself

Die Tiefseetaucher

Berlinale-Tagebuch 2004

Rezensionen Berlinale 2004

Filmfestivals

Berlinale 2003

Berlinale 2004

Externe Links

www.berlinale.de

Movie-College haftet nicht für den Inhalt externer Seiten

 

Empfehlungen und Verfehlungen

Was soll man anschauen, was meiden in dem großen Angebot internationaler Produktionen der Berlinale 2005? 

Wie auf allen Filmfestivals spielt die Promotion für den einen oder anderen Film eine ganz entscheidende Rolle, was das Publikumsinteresse angeht. Zumindest bei der ersten Aufführung. Was sonst, als die Plakatierung und vielleicht noch eine knackige Kurzbeschreibung im Katalog, soll der geneigte Zuschauer auch als Referenz für den Ticketschalter hernehmen?

Das Risiko nach ewigem Anstehen vor den Ticketschaltern dann in einem enttäuschenden Werk zu landen, ist nicht unerheblich. Die Erstaufführungsbesucher gehören damit eindeutig zu den Guerillakämpfern des Festivals.

Für die Wiederholung dann wird schlagartig auch die Bewertung durch Freunde, Bekannte, durch die Kritik mit ins Kalkül gezogen.

Oft genug, sind es nicht die prominent platzierten Filme, die in der Publikumsgunst das Rennen machen, sondern die versteckten Werke der Filmkunst.

Gleich am ersten Abend etwa hat der Eröffnungsfilm "Man to Man" die Meisten eher enttäuscht, dafür aber hat ein anderer Film bereits viele Herzen erobert:

Thumbsucker

Zugegeben, der Titel reißt einen nicht wirklich vom Hocker, im Gegenteil.

Der Film erfindet zudem das Genre des Selbstfindungs- Pubertätsfilms nicht neu, doch Regisseur Mike Mills variiert 

das Thema virtuos und für einen amerikanischen Film sehr ungewöhnlich.

Der 17jährige Justin, gespielt von Lou Taylor Pucci, hat ein kleines Problem: Er lutscht, wie der Titel bereits verrät, noch immer am Daumen. Dies ist nur das sichtbarste Anzeichen seiner zahlreichen Probleme und eben jenes, welches sein Vater bemerkt.

Allerlei Techniken werden also bemüht, das vordergründige Phänomen des Daumenlutschens in den Griff zu bekommen. Von Hypnose über Psychomedikamente bis zu Sex und Drogen reicht die Palette.

Dummerweise ist sein Vater, wie überhaupt der Umstand, Eltern zu haben, die "nur das Beste" für ihn wollen, eines der Hauptprobleme des Protagonisten. Mit schrägen, teilweise irrealen Momenten entlarvt der Film die Unfähigkeiten auf beiden Seiten.

Dabei bringt der Film gleichzeitig so viel Liebe und Verständnis sowohl für  die Sehnsüchte, gescheiterten Träume und knallharten Realitäten von Justin, wie für jene seiner Eltern auf.

Ein zauberhafter Film von sanfter Absurdität über das Erwachsenwerden und damit über uns alle. Zu sehen im Wettbewerb.

Hotel Rwanda

Auch wenn Vieles nur angedeutet wird, dieser Film fordert starke Nerven von seinen Zuschauern und erzählt die Geschichte unser aller Hilflosigkeit angesichts des Völkermordes in Ruanda. 

Wie echtes Hollywoodkino es nun einmal braucht, gibt es, angelehnt an eine wahre Begebenheit, einen Helden, den selbst zum Stamme der Hutu zählenden Hotelbesitzer Rusesabagina, der mehr als Tausend Tutsi vor seinen meuchelnden Landsleuten beschützt.

Doch nicht allein der Völkermord, dem vor den Augen der Welt etwa eine Million Menschen zum Opfer fielen, wird thematisiert, sondern auch die Hilflosigkeit der "beobachtenden" Uno-Soldaten wird schmerzlich in Erinnerung gerufen. Zwischen all dem Schrecken, den mordenden Kolonnen der Hutu-Krieger, gibt es auch, ganz Hollywood- Momente der Liebe und Rührung.

Die Grausamkeiten sind von Regisseur Terry Georges angedeutet, zumeist schemenhaft und doch- es tut weh, zu sehen, wie die weißen Touristen aus dem Inferno mit Bussen zum Flughafen gebracht und gerettet werden und damit der vermutlich einzige Grund für die westliche Welt, genauer hinzuschauen, was dort geschieht, ausgeflogen wird.

Die Methoden und Tricks, mit denen Rusesabagina inmitten der Katastrophe so viele Menschenleben rettet und dafür sorgt, dass der Westen eben doch hinschaut, sind beeindruckend. Der Film ist routiniertes, vielleicht etwas zu geglättetes Kino über ein auch heute noch verdrängtes Kapitel der jüngsten Geschichte.

Zu sehen im Wettbewerbsprogramm

Asylum

Den Beweis, dass bewährte Rezepturen klassischer Hollywood-Filme immer auch in ihrer Zeit zu bewerten sind, erbringt der Film Asyl von David MacKenzie. Der Regisseur hat Alfred Hitchcocks Grundregeln für "Suspense" , die ängstliche Vorahnung des Zuschauers, der mehr über die möglichen Bedrohungen weiß, als die Filmhelden, gründlich studiert.

Sogar der Zeitpunkt der Handlung liegt, dem großen Regiemeister entsprechend, in den 50er Jahren. Und auch die Filmmusik von Mark Mancina erinnert schwer an Bernhard Herrmann, Hitchcocks Hauskomponisten, in seinen besten Zeiten. 

Doch es scheint als sei MacKenzie dem Irrtum aufgesessen, man könne Psychothriller ohne tieferen psychologischen Hintergrund erzählen. Vielleicht ist auch das Publikum etwas weniger naiv, als vor einem halben Jahrhundert, oder aber es braucht mehr als klassische Genre-Zutaten.

Stella und ihr Mann Max, ein junger Psychiater, der soeben eine neue Stelle als Vize-Chef einer Nervenheilanstalt angetreten hat, wohnen auf dem Gelände der Anstalt. Max lässt Garten und Gewächshaus von Patienten instand setzen. Für die Reparatur des Gewächshauses wird Edgar, ein Bildhauer, der wegen Mordes an seiner Frau aus Eifersucht in die Anstalt kam, ausgewählt. Vor dem Mord begann er, eine Büste des Opfers herzustellen.

Wie das Leben so spielt, ist Stella, mit starker Präsenz gespielt von Natasha Richardson, viel allein und gelangweilt. Da trifft es sich gut, dass Edgar nicht nur Gewächshäuser reparieren kann. Sie verliebt sich in Edgar und das Drama der verbotenen Leidenschaft nimmt seinen Lauf. Dabei wird an heftigen, kaum nachvollziehbaren Emotionen nicht gespart und werden im Glashaus visuell aufwändig gedrehte Hitzewallungen verbreitet.

Edgar kann aus der Anstalt flüchten und Stella verlässt Mann und Kind um ihm nach London zu folgen. Bedauerlicherweise beginnt der eifersuchtskranke Edgar schon bald damit, nach ihrem Antlitz eine Büste zu gestalten… Ein aufwändig gedrehter Film mit besten Zutaten, allein das Kochrezept, oder besser das Drehbuch, ist einfach zu dürftig.

USA, Irland, 2004, 93 min, Darsteller: Natasha Richardson, Ian McKellen, Marton Csokas, Hugh Bonneville

Zu sehen im Wettbewerb

Die letzten Tage

Sophie Scholl- Die letzten Tage

Julia Jentsch in "Sophie Scholl- Die letzten Tage"" 

Ja man hat sich schon gefragt, weshalb es, nach dem Doppelschlag von 1982, wo das Sujet gleich von zwei deutschen Regisseuren sogar mit der gleichen Hauptdarstellerin (Lena Stolze) verfilmt wurde ("Die weiße Rose" von Michael Verhoeven und "5 letzte Tage" von Percy Adlon) einer weiteren Verfilmung bedurfte.

Es bedurfte. Nein nicht nur wegen der nach der Öffnung der DDR endlich zugänglichen Verhör-Protokolle, sondern vor allem wegen des eindrucksvollen Spiels von Julia Jentsch. Durch ihre Sprache, die Blicke, die Mimik kommt sie einer Sophie Scholl vermutlich sehr nahe, auch wenn natürlich manche Facette der wahren Sophie Scholl (Dialekt etc.) einer besseren Kinotauglichkeit geopfert wurde.

Von seiner Erzählhaltung ist der Film ein Kammerspiel, ein Gesprächsduell vornehmlich zwischen Sophie und dem Vernehmungsbeamten Robert Mohr (Alexander Held). Die Schuss-Gegenschuss Erzählweise erinnert an den "Todmacher" oder der "Neunte Tag". Und auch wenn dieses ungleiche Duell das bekannte tragische, menschenverachtende Ende nahm, so bleibt Mohr dennoch als Verlierer zurück.

Regisseur Marc Rothemund hat wenig riskiert, sich formal und inszenatorisch keine großen Freiheiten herausgenommen, hat voller Respekt der tragischen Geschichte zollend, die recherchierten und die gefundenen Dialoge von Drehbuchautor Fred Breinersdorfer umgesetzt. Dabei könnte die Figur der Sophie Scholl ganz leicht zu entrückt, zu überhöht wirken, wäre sie nicht durch das überzeugende, manchmal gar minimalistische Spiel von Julia Jentsch dauerhaft geerdet worden. Sehenswert.

Zu sehen im Wettbewerb
Schatten der Zeit

Sikandar Agarwal, Tumpa Das in "Schatten der Zeit"" 

Schatten der Zeit

Die Reihe Berlinale Spezial zeigt den bereits mit dem bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Spielfilm "Schatten der Zeit" von Florian Gallenberger. 

Der Film erzählt von der traurigen Liebe zwischen Ravi und Masha, die sich bereits als Kinderarbeiter in einer Teppichweberei in Kalkutta kannten. 

Bereits dort schließen sie einen Bund fürs Leben. Doch das Leben will es anders und auch später, als sie begehrte Tänzerin und er wohlhabender Teppichhändler ist, verfehlen sie sich mehrfach. So weit so gut, so indisch.

Darüber hinaus aber ist der Film sehr eindimensional, rührselig und zerdehnt erzählt und umschifft die berührten Wirklichkeiten wie sexuelle Gewalt, Kinderprostitution und Menschenhandel mit operettenhafter Romantik. Fast möchte man meinen, Indien sei nur austauschbare Kulisse der Geschichte von den Liebenden, die nicht zueinander finden können.

Schon öfter hat es deutsche Filmschaffende in andere Kulturen hinaus gezogen um von dort aus mit inszenierten Geschichten die Welt zu erklären. Zu einem sehr kleinen Prozentsatz ist dies sogar gelungen. Manchmal bleiben aber auch nur schöne Lichtstimmungen und fremde Farben übrig, die man sich besser vor Ort und nicht im Kino anschauen sollte.

Zu sehen in der Reihe: Berlinale Spezial
One Day in Europe

Péter Scherer, Miguel de Lira 

One day in Europe

Regie: Hannes Stöhr Deutschland 2005 Mit Florian Lukas, Erdal Yildiz, Oleg Assadulin, Kirsten Block, Megan Gay etc.

"Sie mögen Recht haben, aber ob Sie auch wirklich begreifen, was Sie da sagen?"

Mit diesem Satz des ungarischen Pilger charakterisiert sich der Film "One day in Europe" von Hannes Stöhr selbst. Mit dem Produzentinnengespann MoneyPenny ist Stöhr angetreten, um einen internationalen Film über die europäische Identität zu machen. Ein Anspruch, an dem sie scheitern, der sie vielleicht sogar zum Scheitern verurteilt. Herausgekommen ist ein konstruierter, oberflächlicher, plakativer Film, mit dem sich wohl kein Europäer identifizieren kann. Sie reden von Europa ohne wirklich zu begreifen, was Europa ist.

In Moskau findet das Champions-League-Finale zwischen Galatasaray Istanbul und Deportivo La Coruna statt. Vier Episoden schildern wie in vier europäischen Hauptstädten, vier verschiedne Überfälle passieren und wie sich die Protagonisten mit der Polizeibürokratie herumschlagen müssen. Die Episoden sind erzählerisch nicht ineinander verwoben, sondern durch animierte Zwischentitel voneinander getrennt. Die Geschichte jeder einzelnen Episode ist simpel. Humor entsteht immer wieder aus sprachlichen und kulturellen Missverständnissen und wirkt nach kurzer Zeit verbraucht und banal.

Die Kamera wirkt merkwürdig distanziert, bemüht sich um möglichst stilvolle Aufnahmen, die aber in der Montage langsam und ohne Witz aneinandergehängt wurden. So gehen einem die Figuren und ihre Schicksale nicht wirklich nahe.

Beeindruckend an diesem Film ist lediglich, wie viel Geld die Produzentinnen in ganz Europa aufgetrieben haben. Anscheinend will man den europäischen Film erfinden. Doch es gibt ihn schon, man sollte man ihn lediglich eher als eine Vielzahl an nationalen Geschichten und Erzählweisen verstehen, anstatt phantasie- und heimatlose Geschichten zu produzieren.

Zu sehen im Wettbewerb. Johanna Teichmann

Die Farbe der Milch "Ikke Naken"

Regie: Torun Lian Norwegen, Schweden 2004/ 94 Minuten Mit: Julia Krohn, Bernhard Naglestad, Gustaf Skarsgard Ab 9 Jahre

Der Zoopalast war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Regisseurin Torun Lian ihren Wettbewerbsbeitrag vom Kinderfilmfest zeigte. Sie erzählt die Geschichte der 13-jährigen Selma, die feststellen muss, dass man mit Jungen mehr anfangen kann, als nur Fußballspielen und es Dinge gibt, die man nicht mit dem Verstand kontrollieren kann, wie in der Wissenschaft, die sie über alles liebt.

 Schließlich muss sie feststellen, dass ihre eigene Theorie (Jungen sind ein Auslaufmodell der Natur und werden bald nicht mehr gebraucht) der Wirklichkeit nicht standhält. Dies will sie sich und den anderen nicht eingestehen und versteift sich auf allerhand abstruse Theorien über das Leben und das Lieben.

Schon nach kurzer Zeit zieht Julia Krohn in der Rolle des Selma das Publikum in ihren Bann. So erfrischend ist ihr Spiel, wenn sie mit sich, der Pubertät, den Eltern und ihren Freundinnen kämpft. Temporeich, pointiert und witzig wird die Geschichte erzählt, das Publikum kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus und dankt des den Darstellern und der Regisseurin mit minutenlangem Applaus.

Auch die bildliche Gestaltung und die Landschaft Norwegens zeiht den Zuschauer ganz in eine andere kleine Welt, in der man gern verweilt. Die Skandinavier ("Raus aus Amal", "Elina") beweisen einmal wieder, dass sie im Kinderfilm ganz vorn mitspielen, dass sie mit viel Humor die Probleme Heranwachsender schildern ohne sich über sie lustig zu machen. So ist es nicht nur für Kinder und Jugendliche ein filmischer Spaß, diesen Protagonisten mit ihren Fehlern und pubertären Verhalten zuzuschauen.

Zu sehen beim Kinderfilmfest.   Johanna Teichmann

Das Tausendjährige Feuer "Sen-Nen-Bi"

Regie: Naoki Segi Japan 2004/ 89 Minuten Mit Shohei Murata, Tetsuro Tanba, Kazuko Yoshiyuki Empfohlen ab 9 Jahren

Satoshi ist Waise und fühlt sich schuldig am Tod seines Vaters, da er ihm kurz vor dessen verwünscht hat, weil er ein Künstlerleben führt und nicht wie die anderen Väter rechtzeitig sein Schwimmvereinsbeitrag überweist.

Satoshi zieht von Tokio ans Meer zu seinen Großeltern. Es fällt ihm schwer sich in die neue Gemeinschaft einzufinden. Er spricht nicht mehr, sein einziges Kommunikationsmittel ist sein Handy. Die anderen Dorfbewohner bedrängen ihn, obwohl sie alle nur sein bestes wollen und ihn mit Geschenken überhäufen. In diesen Szenen kommt der sonst ruhige Film skurril und slapstickartig daher, was die aufgebaute Atmosphäre bricht und den Zuschauer eher irritiert als belustigt.

Ganz langsam findet Satoshi seine Sprache wieder und zurück ins Leben, nicht zuletzt auch durch seine neu gewonnene Freundin.

Eine einfühlsame, aber unspektakulär erzählte Geschichte. Die Rückblicke des Jungen und die Vorstellungen, der Vater sei immer noch da, wirken altbacken und verlangsamen den Film. Manches mal wünscht man sich eine stringentere Handlung.

Zu sehen beim Kinderfilmfest.    Johanna Teichmann

Dancing with myself

Regie: Judith Keil, Antje Kruska Deutschland 2005 Dokumentarfilm

"Dancing with myself" läuft in dem Programm "Perspektive Deutsches Kino". Judith Keil und Antje Kruska begleiten die drei Berliner Reinhard (63), Mario (36) und Laurin (18) durch die alltäglichen Schwierigkeiten des Lebens. Sie suchen alle nach dem Glück, nach Anerkennung und Liebe, die sie selbst nicht geben können. Sie fliehen alle drei in die Welt des Tanzes, in den nächtlichen Clubs von Berlin. Auf der Tanzfläche fühlen sie sich sicher und träumen sich in eine andere Welt. Doch sie tanzen allein, wie eine Insel inmitten der anderen.

In ganz alltäglichen Situationen und Gespräche werden die Probleme der Protagonisten deutlich. Judith Keil und Antje Kruska nehmen sich Zeit für ihre Protagonisten. Die Gespräche entwickeln sich und wirken daher authentisch. Sie schalten auch dann nicht weg, wenn es bitter wird. Gleichzeitig erzählen die beiden Regisseurinnen mit viel Humor, der in Form von Situationskomik in jeder Szene durchkommt. Auf diese Weis gelingt es ihnen vom Problemfilm wegzukommen und einen frischen ehrlichen Film zu machen. Ein Dokumentarfilm, der Spaß macht und zum Nachdenken anregt.

Zu sehen in der Reihe Perspektive Deutsches Kino. Johanna Teichmann

Die Tiefseetaucher

Die Tiefseetaucher

Anjelica Huston, Bill Murray, Cate Blanchett, Willem Dafoe 

USA, 2004

Regie: Wes Anderson

Bei diesem Film kommen einem Jules Verne und Jacques Cousteau gleichermaßen in den Sinn, er taucht nämlich hinab in die Tiefen und Untiefen maritimer Abenteuer. "The Life Aquatic with Steve Zissou" erzählt die fiktive Geschichte eines Meeresforschers und Filmers, Steve Zissou, ausdrucksarm verkörpert von Bill Murray.

Zissou ist ein Abenteurer, kein Weltverbesserer, kein Umweltschützer, einfach nur einer der wissen will, was geht. Nachdem bei der letzten Tiefseefahrt sein engster Kollege von einem Hai getötet wurde, will Zissou bei dieser Fahrt den Killerhai töten. Tia und dann gibt es da noch einen Tiefseeforscher-Konkurrenten, gespielt von Jeff Goldblum, mit größerem U-Boot, ein paar Frauen (Cate Blanchett und Anjelica Huston) und fertig ist die übliche Abenteuerfilm-Rezeptur.

Ansonsten speist sich der Film vor allem aus Zitaten so ziemlich aller Unterwasser-Klassiker mit größter Detailversessenheit zitiert und selbstverständlich sind alle modernen Geräte extrem eigenwillig designed, als stammten sie direkt aus einem Jules-Verne Film. Traumschiff Submarine. Bei aller Liebe auch zur absolut fabulösen Ausstattung ist die Story des Filmes leider zum vernachlässigten Beiwerk verkommen.

Zu sehen im Wettbewerb

 
© 1999-2011
Movie-College

Allary Film,
TV & Media
 
 
 

Titel:   Filme 2005
Zugriff:
Adresse:

Quelle: Movie-College (www.movie-college.de)

Allary Film, TV & Media (München) – Alle Rechte vorbehalten