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Der Berlinale-Bär regiert bis zum 20.
Februar den Potsdammer Platz |
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Empfehlungen und Verfehlungen
Was soll man anschauen, was meiden in dem großen Angebot
internationaler Produktionen der Berlinale 2005?
Wie auf allen Filmfestivals spielt die Promotion für den einen oder
anderen Film eine ganz entscheidende Rolle, was das Publikumsinteresse
angeht. Zumindest bei der ersten Aufführung. Was sonst, als die
Plakatierung und vielleicht noch eine knackige Kurzbeschreibung im
Katalog, soll der geneigte Zuschauer auch als Referenz für den
Ticketschalter hernehmen?
Das Risiko nach ewigem Anstehen vor den Ticketschaltern dann in einem
enttäuschenden Werk zu landen, ist nicht unerheblich. Die
Erstaufführungsbesucher gehören damit eindeutig zu den Guerillakämpfern
des Festivals.
Für die Wiederholung dann wird schlagartig auch die Bewertung durch
Freunde, Bekannte, durch die Kritik mit ins Kalkül gezogen.
Oft genug, sind es nicht die prominent platzierten Filme, die in der
Publikumsgunst das Rennen machen, sondern die versteckten Werke der
Filmkunst.
Gleich am ersten Abend etwa hat der Eröffnungsfilm "Man to
Man" die Meisten eher enttäuscht, dafür aber hat ein anderer Film
bereits viele Herzen erobert:
Thumbsucker
Zugegeben, der Titel reißt einen nicht wirklich vom Hocker, im
Gegenteil.
Der Film erfindet zudem das Genre des Selbstfindungs- Pubertätsfilms
nicht neu, doch Regisseur Mike Mills variiert
das Thema virtuos und für einen amerikanischen Film sehr
ungewöhnlich.
Der 17jährige Justin, gespielt von Lou Taylor Pucci, hat ein kleines
Problem: Er lutscht, wie der Titel bereits verrät, noch immer am Daumen.
Dies ist nur das sichtbarste Anzeichen seiner zahlreichen Probleme und
eben jenes, welches sein Vater bemerkt.
Allerlei Techniken werden also bemüht, das vordergründige Phänomen
des Daumenlutschens in den Griff zu bekommen. Von Hypnose über
Psychomedikamente bis zu Sex und Drogen reicht die Palette.
Dummerweise ist sein Vater, wie überhaupt der Umstand, Eltern zu
haben, die "nur das Beste" für ihn wollen, eines der
Hauptprobleme des Protagonisten. Mit schrägen, teilweise irrealen
Momenten entlarvt der Film die Unfähigkeiten auf beiden Seiten.
Dabei bringt der Film gleichzeitig so viel Liebe und Verständnis
sowohl für die Sehnsüchte, gescheiterten Träume und knallharten
Realitäten von Justin, wie für jene seiner Eltern auf.
Ein zauberhafter Film von sanfter Absurdität über das Erwachsenwerden
und damit über uns alle. Zu sehen im Wettbewerb.
Hotel Rwanda
Auch wenn Vieles nur angedeutet wird, dieser Film fordert starke Nerven
von seinen Zuschauern und erzählt die Geschichte unser aller
Hilflosigkeit angesichts des Völkermordes in Ruanda.
Wie echtes Hollywoodkino es nun einmal braucht, gibt es, angelehnt an
eine wahre Begebenheit, einen Helden, den selbst zum Stamme der Hutu
zählenden Hotelbesitzer Rusesabagina, der mehr als Tausend Tutsi vor
seinen meuchelnden Landsleuten beschützt.
Doch nicht allein der Völkermord, dem vor den Augen der Welt etwa eine
Million Menschen zum Opfer fielen, wird thematisiert, sondern auch die
Hilflosigkeit der "beobachtenden" Uno-Soldaten wird schmerzlich
in Erinnerung gerufen. Zwischen all dem Schrecken, den mordenden Kolonnen
der Hutu-Krieger, gibt es auch, ganz Hollywood- Momente der Liebe und
Rührung.
Die Grausamkeiten sind von Regisseur Terry Georges angedeutet, zumeist
schemenhaft und doch- es tut weh, zu sehen, wie die weißen Touristen aus
dem Inferno mit Bussen zum Flughafen gebracht und gerettet werden und
damit der vermutlich einzige Grund für die westliche Welt, genauer
hinzuschauen, was dort geschieht, ausgeflogen wird.
Die Methoden und Tricks, mit denen Rusesabagina inmitten der
Katastrophe so viele Menschenleben rettet und dafür sorgt, dass der
Westen eben doch hinschaut, sind beeindruckend. Der Film ist routiniertes,
vielleicht etwas zu geglättetes Kino über ein auch heute noch
verdrängtes Kapitel der jüngsten Geschichte.
Zu sehen im Wettbewerbsprogramm
Asylum
Den Beweis, dass bewährte Rezepturen klassischer Hollywood-Filme immer
auch in ihrer Zeit zu bewerten sind, erbringt der Film Asyl von David
MacKenzie. Der Regisseur hat Alfred Hitchcocks Grundregeln für "Suspense"
, die ängstliche Vorahnung des Zuschauers, der mehr über die möglichen
Bedrohungen weiß, als die Filmhelden, gründlich studiert.
Sogar der Zeitpunkt der Handlung liegt, dem großen Regiemeister
entsprechend, in den 50er Jahren. Und auch die Filmmusik von Mark Mancina
erinnert schwer an Bernhard Herrmann, Hitchcocks Hauskomponisten, in
seinen besten Zeiten.
Doch es scheint als sei MacKenzie dem Irrtum aufgesessen, man könne
Psychothriller ohne tieferen psychologischen Hintergrund erzählen.
Vielleicht ist auch das Publikum etwas weniger naiv, als vor einem halben
Jahrhundert, oder aber es braucht mehr als klassische Genre-Zutaten.
Stella und ihr Mann Max, ein junger Psychiater, der soeben eine neue
Stelle als Vize-Chef einer Nervenheilanstalt angetreten hat, wohnen auf
dem Gelände der Anstalt. Max lässt Garten und Gewächshaus von Patienten
instand setzen. Für die Reparatur des Gewächshauses wird Edgar, ein
Bildhauer, der wegen Mordes an seiner Frau aus Eifersucht in die Anstalt
kam, ausgewählt. Vor dem Mord begann er, eine Büste des Opfers
herzustellen.
Wie das Leben so spielt, ist Stella, mit starker Präsenz gespielt von
Natasha Richardson, viel allein und gelangweilt. Da trifft es sich gut,
dass Edgar nicht nur Gewächshäuser reparieren kann. Sie verliebt sich in
Edgar und das Drama der verbotenen Leidenschaft nimmt seinen Lauf. Dabei
wird an heftigen, kaum nachvollziehbaren Emotionen nicht gespart und
werden im Glashaus visuell aufwändig gedrehte Hitzewallungen verbreitet.
Edgar kann aus der Anstalt flüchten und Stella verlässt Mann und Kind
um ihm nach London zu folgen. Bedauerlicherweise beginnt der
eifersuchtskranke Edgar schon bald damit, nach ihrem Antlitz eine Büste
zu gestalten… Ein aufwändig gedrehter Film mit besten Zutaten, allein
das Kochrezept, oder besser das Drehbuch, ist einfach zu dürftig.
USA, Irland, 2004, 93 min, Darsteller: Natasha Richardson, Ian McKellen,
Marton Csokas, Hugh Bonneville
Zu sehen im Wettbewerb
Die letzten Tage
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Julia Jentsch in "Sophie Scholl-
Die letzten Tage"" |
Ja man hat sich schon gefragt, weshalb es, nach dem Doppelschlag von
1982, wo das Sujet gleich von zwei deutschen Regisseuren sogar mit der
gleichen Hauptdarstellerin (Lena Stolze) verfilmt wurde ("Die weiße
Rose" von Michael Verhoeven und "5 letzte Tage" von Percy
Adlon) einer weiteren Verfilmung bedurfte.
Es bedurfte. Nein nicht nur wegen der nach der Öffnung der DDR endlich
zugänglichen Verhör-Protokolle, sondern vor allem wegen des
eindrucksvollen Spiels von Julia Jentsch. Durch ihre Sprache, die Blicke,
die Mimik kommt sie einer Sophie Scholl vermutlich sehr nahe, auch wenn
natürlich manche Facette der wahren Sophie Scholl (Dialekt etc.) einer
besseren Kinotauglichkeit geopfert wurde.
Von seiner Erzählhaltung ist der Film ein Kammerspiel, ein
Gesprächsduell vornehmlich zwischen Sophie und dem Vernehmungsbeamten
Robert Mohr (Alexander Held). Die Schuss-Gegenschuss Erzählweise erinnert
an den "Todmacher" oder der "Neunte Tag". Und auch
wenn dieses ungleiche Duell das bekannte tragische, menschenverachtende
Ende nahm, so bleibt Mohr dennoch als Verlierer zurück.
Regisseur Marc Rothemund hat wenig riskiert, sich formal und
inszenatorisch keine großen Freiheiten herausgenommen, hat voller Respekt
der tragischen Geschichte zollend, die recherchierten und die gefundenen
Dialoge von Drehbuchautor Fred Breinersdorfer umgesetzt. Dabei könnte die
Figur der Sophie Scholl ganz leicht zu entrückt, zu überhöht wirken,
wäre sie nicht durch das überzeugende, manchmal gar minimalistische
Spiel von Julia Jentsch dauerhaft geerdet worden. Sehenswert.
Zu sehen im Wettbewerb
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Sikandar Agarwal, Tumpa Das in
"Schatten der Zeit"" |
Schatten der Zeit
Die Reihe Berlinale Spezial zeigt den bereits mit dem bayerischen
Filmpreis ausgezeichneten Spielfilm "Schatten der Zeit" von
Florian Gallenberger.
Der Film erzählt von der traurigen Liebe zwischen Ravi und Masha, die
sich bereits als Kinderarbeiter in einer Teppichweberei in Kalkutta
kannten.
Bereits dort schließen sie einen Bund fürs Leben. Doch das Leben will
es anders und auch später, als sie begehrte Tänzerin und er wohlhabender
Teppichhändler ist, verfehlen sie sich mehrfach. So weit so gut, so
indisch.
Darüber hinaus aber ist der Film sehr eindimensional, rührselig und
zerdehnt erzählt und umschifft die berührten Wirklichkeiten wie sexuelle
Gewalt, Kinderprostitution und Menschenhandel mit operettenhafter
Romantik. Fast möchte man meinen, Indien sei nur austauschbare Kulisse
der Geschichte von den Liebenden, die nicht zueinander finden können.
Schon öfter hat es deutsche Filmschaffende in andere Kulturen hinaus
gezogen um von dort aus mit inszenierten Geschichten die Welt zu
erklären. Zu einem sehr kleinen Prozentsatz ist dies sogar gelungen.
Manchmal bleiben aber auch nur schöne Lichtstimmungen und fremde Farben
übrig, die man sich besser vor Ort und nicht im Kino anschauen sollte.
Zu sehen in der Reihe: Berlinale Spezial
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Péter Scherer, Miguel de Lira |
One day in Europe
Regie: Hannes Stöhr Deutschland 2005 Mit Florian Lukas, Erdal Yildiz,
Oleg Assadulin, Kirsten Block, Megan Gay etc.
"Sie mögen Recht haben, aber ob Sie auch wirklich begreifen, was
Sie da sagen?"
Mit diesem Satz des ungarischen Pilger charakterisiert sich der Film
"One day in Europe" von Hannes Stöhr selbst. Mit dem
Produzentinnengespann MoneyPenny ist Stöhr angetreten, um einen
internationalen Film über die europäische Identität zu machen. Ein
Anspruch, an dem sie scheitern, der sie vielleicht sogar zum Scheitern
verurteilt. Herausgekommen ist ein konstruierter, oberflächlicher,
plakativer Film, mit dem sich wohl kein Europäer identifizieren kann. Sie
reden von Europa ohne wirklich zu begreifen, was Europa ist.
In Moskau findet das Champions-League-Finale zwischen Galatasaray
Istanbul und Deportivo La Coruna statt. Vier Episoden schildern wie in
vier europäischen Hauptstädten, vier verschiedne Überfälle passieren
und wie sich die Protagonisten mit der Polizeibürokratie herumschlagen
müssen. Die Episoden sind erzählerisch nicht ineinander verwoben,
sondern durch animierte Zwischentitel voneinander getrennt. Die Geschichte
jeder einzelnen Episode ist simpel. Humor entsteht immer wieder aus
sprachlichen und kulturellen Missverständnissen und wirkt nach kurzer
Zeit verbraucht und banal.
Die Kamera wirkt merkwürdig distanziert, bemüht sich um möglichst
stilvolle Aufnahmen, die aber in der Montage langsam und ohne Witz
aneinandergehängt wurden. So gehen einem die Figuren und ihre Schicksale
nicht wirklich nahe.
Beeindruckend an diesem Film ist lediglich, wie viel Geld die
Produzentinnen in ganz Europa aufgetrieben haben. Anscheinend will man den
europäischen Film erfinden. Doch es gibt ihn schon, man sollte man ihn
lediglich eher als eine Vielzahl an nationalen Geschichten und
Erzählweisen verstehen, anstatt phantasie- und heimatlose Geschichten zu
produzieren.
Zu sehen im Wettbewerb. Johanna Teichmann
Die Farbe der Milch "Ikke Naken"
Regie: Torun Lian Norwegen, Schweden 2004/ 94 Minuten Mit: Julia Krohn,
Bernhard Naglestad, Gustaf Skarsgard Ab 9 Jahre
Der Zoopalast war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Regisseurin
Torun Lian ihren Wettbewerbsbeitrag vom Kinderfilmfest zeigte. Sie
erzählt die Geschichte der 13-jährigen Selma, die feststellen muss, dass
man mit Jungen mehr anfangen kann, als nur Fußballspielen und es Dinge
gibt, die man nicht mit dem Verstand kontrollieren kann, wie in der
Wissenschaft, die sie über alles liebt.
Schließlich muss sie feststellen, dass ihre eigene Theorie
(Jungen sind ein Auslaufmodell der Natur und werden bald nicht mehr
gebraucht) der Wirklichkeit nicht standhält. Dies will sie sich und den
anderen nicht eingestehen und versteift sich auf allerhand abstruse
Theorien über das Leben und das Lieben.
Schon nach kurzer Zeit zieht Julia Krohn in der Rolle des Selma das
Publikum in ihren Bann. So erfrischend ist ihr Spiel, wenn sie mit sich,
der Pubertät, den Eltern und ihren Freundinnen kämpft. Temporeich,
pointiert und witzig wird die Geschichte erzählt, das Publikum kommt aus
dem Lachen nicht mehr heraus und dankt des den Darstellern und der
Regisseurin mit minutenlangem Applaus.
Auch die bildliche Gestaltung und die Landschaft Norwegens zeiht den
Zuschauer ganz in eine andere kleine Welt, in der man gern verweilt. Die
Skandinavier ("Raus aus Amal", "Elina") beweisen
einmal wieder, dass sie im Kinderfilm ganz vorn mitspielen, dass sie mit
viel Humor die Probleme Heranwachsender schildern ohne sich über sie
lustig zu machen. So ist es nicht nur für Kinder und Jugendliche ein
filmischer Spaß, diesen Protagonisten mit ihren Fehlern und pubertären
Verhalten zuzuschauen.
Zu sehen beim Kinderfilmfest. Johanna Teichmann
Das Tausendjährige Feuer "Sen-Nen-Bi"
Regie: Naoki Segi Japan 2004/ 89 Minuten Mit Shohei Murata, Tetsuro
Tanba, Kazuko Yoshiyuki Empfohlen ab 9 Jahren
Satoshi ist Waise und fühlt sich schuldig am Tod seines Vaters, da er
ihm kurz vor dessen verwünscht hat, weil er ein Künstlerleben führt und
nicht wie die anderen Väter rechtzeitig sein Schwimmvereinsbeitrag
überweist.
Satoshi zieht von Tokio ans Meer zu seinen Großeltern. Es fällt ihm
schwer sich in die neue Gemeinschaft einzufinden. Er spricht nicht mehr,
sein einziges Kommunikationsmittel ist sein Handy. Die anderen
Dorfbewohner bedrängen ihn, obwohl sie alle nur sein bestes wollen und
ihn mit Geschenken überhäufen. In diesen Szenen kommt der sonst ruhige
Film skurril und slapstickartig daher, was die aufgebaute Atmosphäre
bricht und den Zuschauer eher irritiert als belustigt.
Ganz langsam findet Satoshi seine Sprache wieder und zurück ins Leben,
nicht zuletzt auch durch seine neu gewonnene Freundin.
Eine einfühlsame, aber unspektakulär erzählte Geschichte. Die
Rückblicke des Jungen und die Vorstellungen, der Vater sei immer noch da,
wirken altbacken und verlangsamen den Film. Manches mal wünscht man sich
eine stringentere Handlung.
Zu sehen beim Kinderfilmfest. Johanna Teichmann
Dancing with myself
Regie: Judith Keil, Antje Kruska Deutschland 2005 Dokumentarfilm
"Dancing with myself" läuft in dem Programm
"Perspektive Deutsches Kino". Judith Keil und Antje Kruska
begleiten die drei Berliner Reinhard (63), Mario (36) und Laurin (18)
durch die alltäglichen Schwierigkeiten des Lebens. Sie suchen alle nach
dem Glück, nach Anerkennung und Liebe, die sie selbst nicht geben
können. Sie fliehen alle drei in die Welt des Tanzes, in den nächtlichen
Clubs von Berlin. Auf der Tanzfläche fühlen sie sich sicher und träumen
sich in eine andere Welt. Doch sie tanzen allein, wie eine Insel inmitten
der anderen.
In ganz alltäglichen Situationen und Gespräche werden die Probleme
der Protagonisten deutlich. Judith Keil und Antje Kruska nehmen sich Zeit
für ihre Protagonisten. Die Gespräche entwickeln sich und wirken daher
authentisch. Sie schalten auch dann nicht weg, wenn es bitter wird.
Gleichzeitig erzählen die beiden Regisseurinnen mit viel Humor, der in
Form von Situationskomik in jeder Szene durchkommt. Auf diese Weis gelingt
es ihnen vom Problemfilm wegzukommen und einen frischen ehrlichen Film zu
machen. Ein Dokumentarfilm, der Spaß macht und zum Nachdenken anregt.
Zu sehen in der Reihe Perspektive Deutsches Kino. Johanna Teichmann
Die Tiefseetaucher
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Anjelica Huston, Bill Murray, Cate
Blanchett, Willem Dafoe |
USA, 2004
Regie: Wes Anderson
Bei diesem Film kommen einem Jules Verne und Jacques Cousteau
gleichermaßen in den Sinn, er taucht nämlich hinab in die Tiefen und
Untiefen maritimer Abenteuer. "The Life Aquatic with Steve Zissou"
erzählt die fiktive Geschichte eines Meeresforschers und Filmers, Steve
Zissou, ausdrucksarm verkörpert von Bill Murray.
Zissou ist ein Abenteurer, kein Weltverbesserer, kein Umweltschützer,
einfach nur einer der wissen will, was geht. Nachdem bei der letzten
Tiefseefahrt sein engster Kollege von einem Hai getötet wurde, will
Zissou bei dieser Fahrt den Killerhai töten. Tia und dann gibt es da noch
einen Tiefseeforscher-Konkurrenten, gespielt von Jeff Goldblum, mit
größerem U-Boot, ein paar Frauen (Cate Blanchett und Anjelica Huston)
und fertig ist die übliche Abenteuerfilm-Rezeptur.
Ansonsten speist sich der Film vor allem aus Zitaten so ziemlich aller
Unterwasser-Klassiker mit größter Detailversessenheit zitiert und
selbstverständlich sind alle modernen Geräte extrem eigenwillig designed,
als stammten sie direkt aus einem Jules-Verne Film. Traumschiff Submarine.
Bei aller Liebe auch zur absolut fabulösen Ausstattung ist die Story des
Filmes leider zum vernachlässigten Beiwerk verkommen.
Zu sehen im Wettbewerb |