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23. Internationales DOK.FESTEs ist wieder so weit, die Freunde des faktischen, des realen, kurz der dokumentarischen Arbeitsweise können in München vom 1. bis zum 7. Mai eine Auswahl an heimischen und internationalen Dokumentarfilmen begutachten und sich einen Überblick verschaffen, was die Veranstalter in diesem Jahr für sehenswert erachten. Hier eine Auswahl der von uns gesehenen und besprochenen Filme:
Neues Dokfest, alte ThemenGewiss, ein Festival hat Schwerpunkte, hat eine Linie, hat Präferenzen. Doch so ganz kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass ein Großteil der Filme einmal mehr unter dem Motto "Schaut her, wie schlimm", eine geheime Checkliste der Problemthemen dieser Welt abarbeiten. Das ist vielleicht etwas zu dogmatisch, zu sehr der Dokumentarfilm-Sicht der 80er Jahre verhaftet.
Sicher, es sind wichtige Themen, die Flüchtlinge dieser Welt, der Nahost-Konflikt, Hunger, Armut und Aids in der dritten Welt, und sie sollen und müssen auch erzählt werden. Dennoch kann der heutige Dokumentarfilm weitaus mehr leisten, als ohnehin nachdenkliche Zuschauer in ihrer Betroffenheit zu bestätigen. Die Bandbreite an Themen, an Emotionen und Geschichten, welche in der ganzen Welt dokumentarisch umgesetzt werden, ist weitaus größer, reicher und schillernder, als es die Auswahl erscheinen lässt. Selbstverständlich wird die Redaktion auch in diesem Jahr das Dokfest besuchen und bemüht sein, möglichst viele interessante Filme zu besprechen und ihre Macher zu befragen. Ja und vielleicht täuscht ja auch der erste Eindruck, den das Programmheft uns vermittelt. Gerne würden wir auch die Meinung unserer Leser dazu erfahren, die das Dokfest besuchen.
Titel, die erfreulich aus dem vorgenannten Rahmen herausfallen sind, ohne damit deren filmische Qualitäten bewerten zu wollen:
Das Dokumentarfilmfestival ist sicher auch eine Chance, dem Publikum dieses Genre näher zu bringen, eine größere Themen- und Formenvielfalt würde sicher dazu beitragen. TV-Nachspieler
Weshalb ein renommiertes Festival bereits hierzulande im Fernsehen ausgestrahlte Filme nachspielt, erschließt sich nicht wirklich, selbst wenn ein TV-Sender zu den Hauptsponsoren gehört, sollte man die kostbaren Festival-Termine doch eher neuen, frischen Produktionen vorbehalten. Auf anderen Filmfestivals sind erfolgte TV-Aufführungen stets ein Ko-Kriterium. Rahmenveranstaltungen:
Kino und DiskussionenBesonders die Heimspiele, jene Filme Münchner Filmemacher, die zur örtlichen Premiere auch alle Freunde, Team und Protagonisten einladen konnten, erfreuten sich voller Kinosäle. Die Diskussionen nach dem Film blieben naturgemäß recht knapp, der Saal muss in der Regel für die folgende Vorstellung von Popcorn und Getränkebechern befreit werden, so vertagt man die Fragen auf Draußen.
Ein überfülltes Kino erlebte Alexander Riedl am 3. Mai mit seinem "Draußen Bleiben". Die ersten Reihen waren durchgängig mit Kids aus dem Film besetzt, die mit ihren Kommentaren und spontanen Reaktionen die Authentizität des Films live unterstrichen. Der Film war in HDV gedreht, gemischt mit einigen wenigen Einstellungen, die in Super 16 gedreht waren. Ein sehenswertes Beispiel für dokumentarische Erzähllust und Nähe zu den Protagonisten. Kameramann Martin Farkas sind intensive Bilder und eine große Nähe zu den Jugendlichen gelungen. Der ursprünglich als "Street-Fußball" gedachte Film hatte sich zu Recht während des Drehs intensiver den starken Protagonistinnen zugewandt. Preisträger 2008
Der Dokumentarfilmpreis 2008 des Bayerischen Rundfunks und der Telepool geht an LIFE AFTER THE FALL von Kasim Abid (GB/ Irak 2008).
Den Festivalpreis Der Besondere Dokumentrafilm bekommt CITIZEN HAVEL von Pavel Koutecky und Miroslav Janek (Tschechien 2008).
Der Horizonte Preis wird Regisseurin Rajula
Shah
für ihen Film WORD WITHIN THE WORD
Der FFF Förderpreis Dokumentarfilm wird Alexander Riedel für DRAUSSEN BLEIBEN (Deutschland 2007) überreicht.
Den OmU Förderpreis erhält Maximilian Plettau für COMEBACK (Deutschland 2007).
Interviews mit RegisseurenDan Geva, Ursula Scheid, Jamie Kastner, Matthias von Gunten FilmkritikenDie Natur vor uns, Zigeuner, Kike like me, The Gates, Up The Yangtze, Max Frisch. Citoyen, Note by Note
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