Seit ein paar Jahren ebenfalls an das Münchner Filmfest gekoppelt ist das
von Festival der Filmhochschulen. Es dauerte vom 27. Juni bis 5. Juli und
zeigte zahlreiche Highlights vieler Filmschulen aus der ganzen Welt.
Zu sehen waren 200 aktuelle Kurzfilme, Dokus und Animationen von 38
Filmschulen aus 27 Ländern.
Ein flüchtiger Eindruck
Seit dem 27. Juni findet in München derzeit wieder das Internationale
Festival der Filmhochschulen statt. Nationale und internationale Beiträge
sollen den Nachwuchs von Morgen präsentieren und dem einen oder anderen
Zuschauer auch zu einem Urteil über die besten Ausbildungsmöglichkeiten
weltweit verhelfen.
Die ersten Eindrücke stellen die Erwartungen allerdings schnell zurück.
Mit zwanzigminütiger Verspätung beginnt beispielsweise die Vorführung der
DFFB (Berlin) und HFW (Hamburg). Der Berliner Beitrag Salamander, mit
viel Aufwand gedreht, erweist sich als interessantes Einleitungsstück. Die
Aufnahmen können mit professionellen Filmen mithalten, die Schauspieler
auch. Der Regisseurin gelingt es innerhalb kürzester Zeit, die Personen dem
Zuschauer nahe zu bringen. Das Budget scheint erheblich, doch mit welchen
Mitteln wurde dieses Erstlingswerk gedreht? Wie mühsam waren die
Dreharbeiten? Wie schnell? Auch die Hauptperson im Film wirft so manche
Fragen auf – doch die Antworten wird das Team dem Zuschauer schuldig
bleiben: Nur die Komponistin ist gekommen, doch die weigert sich vorzukommen,
und so beginnen die Hamburger Beiträge ohne weitere Debatte.
Noch vor Beginn der sechs Kurzfilme erfährt man allerdings erleichtert,
dass von jedem Film drei Mitwirkende nach München gereist sind. Die
Beiträge, mit Vorgabe „schwarz-weiß und ohne Dialog“, haben nichts
miteinander gemeinsam – auch nicht den Qualitätsanspruch. Bei einem
Beitrag weigert sich das Publikum beispielsweise strikt zu klatschen, bei
einem anderen wiederum scheint es sofort von der Bilderkomik hingerissen.
Dann der erhoffte Moment, die Teams treten vor. Die erste Regisseurin stellt
in einigen Sätzen das Hamburger Aufbaustudium vor. Doch die Zeit drängt und
so reicht sie das Mikro ihren Kommilitonen. Die stellen sich jeweils kurz vor
und geben weiter. Fragen können nicht gestellt werden, auch nicht von den
Organisatoren, die das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes schnell über die
Bühne bringen wollen. Und den Filmemachern fällt „jetzt so spontan“
nichts über ihre eigenen Erstsemestler-Werke ein. Zu einer Diskussion fehlt
die Zeit (und das Interesse?) und das Ganze wirkt somit etwas oberflächlich
inszeniert.
Die Filme an sich enttäuschen zum Glück weniger als die
Organisation. Doch zu deren Verteidigung muss erwähnt sein, dass die
Zeitprobleme gewissermaßen einkalkuliert sind: Ein „Students meet students
point“ ermöglicht glücklicherweise, die Gespräche nach der Vorstellung
weiterzuführen – oder besser gesagt zu beginnen. Ein kleiner Trost für
den verwirrten Zuschauer.