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Komm, wir träumen!
Eine Geschichte von der Liebe Eckart kommt frisch von der Schule und tritt mit viel Elan seinen Zivildienst in einem Behindertenheim an. In seiner Arbeitsgruppe ist auch Ulrike, eine Geistigbehinderte. Sie kann ihre Gefühle nicht kontrollieren und bricht von einer Sekunde auf die nächste in Wutausbrüche oder hysterische Lachanfällen aus. Sie gilt als hoffnungsloser Fall und ist von ihren Betreuern nur schwer zu bändigen. Eckart fühlt sich zu dem Mädchen hingezogen und widmet sich ihr liebevoll. Ulrike findet Zutrauen und macht erstaunliche Fortschritte. Ihre Pädagogen beurteilen ihre Fortschritte jedoch mit Skepsis, sie glauben, Eckart habe zu wenig emotionalen Abstand und werde sich und dem Mädchen langfristig schaden. Um sich abzulenken und seine Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, beginnt Eckart eine Affäre mit einer neuen Kollegin. Doch auf einer Freizeit wird Ulrike bei Eckart im Bett erwischt. Eckart quittiert den Dienst, Ulrike wird in ein anderes Heim verlegt. Ein zuweilen hölzerner Film mit großen Momenten Es ist kein Film über Behinderungen, es ist ein Liebesfilm. Ulrike ist zwar behindert, sie lebt ihre Gefühle aus wie ein kleines Kind. Sie zeigt jedoch in übersteigerter Form Gefühle, die jeder Mensch in sich trägt. Dies schließt sie von der Gesellschaft aus. Eckert grenzt sich nicht wie die anderen Pädagogen von den Behinderten ab. Er nimmt sie ernst und fühlt sich angezogen von Ulrikes Welt, obwohl sein Verstand ihm sagt, dass er dort nicht eintreten darf. Zusammen strecken sie ihren Kopf aus dem Schiebedach, breiten die Hände aus und schreien in die Welt. Dies ist einer der schönsten Momente des Films. Der Zuschauer ist den Personen nah. In anderen Szenen wirkt die Inszenierung hölzern und steif. Besonders das Personal der Behindertenwerkstatt ist seelenlos inszeniert. Auch die Dramaturgie kommt an einigen Stellen unelegant daher. In der Exposition wird viel ausgesprochen und erklärt, was der Zuschauer eigentlich selbst herauszufinden bereit ist. Doch es lohnt sich weiterzuschauen. Leider -oder auch zum Glück- traut der Film sich nicht, zu verraten, ob Ulrike und Eckart im Ferienlager miteinander schlafen. Eckart liegt mit schwerem Fieber im Bett. Er ist nicht mehr Herr seines Verstandes. Ulrike drückt das Geschehen in ihrer eigenen Sprache aus: "Wir haben zusammen geträumt." Der Film wird getragen von der hervorragenden Darstellung von Anna Brüggemann (Ulrike). Julian Hackenberg (Eckart) wirkt stets ein wenig hölzern an ihrer Seite, doch auch er hat seine großen Momente. Es ist ein ungeschliffener und starker Film, für den man gern auf Festivals fährt. Denn ob er einen Verleih findet, ist noch unklar und fraglich.
Somersault
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| Daten |
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Regie: Dennis Gansel, |
Deutschland 1942. Der 17jährige Friedrich Weimer (Max Riemelt) aus einem Berliner Arbeiterbezirk ist ein begabter Boxer, wodurch er die Chance erhält bei einer nationalpolitischen Erziehungsanstalt, der NAPOLA Allenstein, angenommen zu werden. Dort wird die zukünftige Elite des deutschen Reiches herangezogen. Friedrich sieht die Chance seines Lebens doch einmal mehr zu werden, als nur in einer Fabrik zu arbeiten und meldet sich gegen den Willen seines Vaters auf der Schule. In der fremden Welt, beherrscht von nationalsozialistischem Denken, Zucht und Ordnung, fügt er sich schnell ein, schließlich kann er Abitur machen und darf Boxen. Gelehrt wird keinerlei Mitleid, dafür stehen aber körperliche Anstrengungen bis an die Grenzen, Übungen in allen Waffengattungen und Gehorsam auf dem Tagesplan. Friedrichs Mitschüler, Albrecht Stein (Tom Schillling), den Sohn des Gauleiters wird zu seinem besten Freund. Er ist so ganz und gar nicht der blonde, deutsche Soldat, den der Vater gern hätte, vielmehr ein Schöngeist, er schreibt Aufsätze und Gedichte und kann es sich nicht abgewöhnen mitzufühlen. Bei einem Einsatz gegen entflohene Kriegsgefangene kommt es zu Toten mit denen sich Albrecht einfach nicht abfinden kann. Er rebelliert. Friedrich kann seinen Freund nicht verstehen und steht plötzlich zwischen den Fronten.
Bereits vor dem Kinostart fand der Film große internationale Beachtung. Dennis Gansels neuer Film wurde zur Eröffnung auf den Internationalen Hofer Filmtage gezeigt. Außerdem erhielt er den Deutschen Filmpreis 2003 für das Beste unverfilmte Drehbuch und wurde auf dem diesjährigen Viareggio European Filmfestival als Bester Film ausgezeichnet. Hauptdarsteller Max Riemelt wurde beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary als Bester Darsteller geehrt.
Nach "Der Untergang" und "Der neunte Tag" kommt nun ein weiterer Film über das dritte Reich aus den deutschen Produktionsschmieden. Diesmal wird aber ein ganz anderes Thema beleuchtet. Erzählt wird die Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen Jungen auf einer Napola. Der Film soll helfen zu erklären, warum die damalige Jugend in den Eliteschulen des Reiches an den Führer geglaubt hatte und warum es damals so kommen konnte. Er beschreibt sehr eindringlich und emotional, teilweise in schockierenden Bildern, die Manipulationen und den Verlust der Jugend einer ganzen Generation. Man kann leicht im Kinosessel sitzen und sagen, dass man anders gehandelt hätte, aber der Film kann einem eines besseren belehren, zumindest glaubt Dennis Gansel fest daran: "Ich glaube nicht, dass die Jugend so unpolitisch ist, wie sie immer dargestellt wird." Es lohnt sich ab Januar in die Kinos zu gehen. Hier bekommt man ein Stück Geschichte, sorgfältig recherchiert durch die Befragung von 15 Zeitzeugen, den man sonst wohl so nicht kennen würde.
Bei dem jungen Ehepaar Melinda und Dan kriselt es: Denn er kriegt seinen ‚Mr. Happy' nicht mehr bei seiner Frau hoch, bei einer süße Kellnerin klappt es aber umso besser. Die depressive Melinda ist überzeugt, dass sie daran schuld sei, und schleppt ihren untreuen Mann zu einer Eheberatung. Eine dreimal geschiedenen Ehe- und Sextherapeutin und ein depressiver Spezialist für Depressionen sollen es richten. Aber ein unverhoffter Quicky im Fahrstuhl löst eine ganze Lawine von Missverständnissen und Verwirrungen aus. Die großen Fragen am Ende: Wer ist Patient und wer Therapeut? Wer hat es noch mit wem getan? Und wozu braucht die Welt diesen Film?
Jeder will Sex, jeder hat Sex, warum also nicht darüber reden? Dieses ‚schwierige' Thema könne man nur in einer Komödie verfilmen, so Regisseur John McNaughton. Recht hat er. Schwierig ist es zwar nicht unbedingt, aber definitiv brisant und verwirrend, wie der Film beweist. Er ist kein Meisterwerk, aber witzig, besonders durch die Hauptdarsteller, die nicht überzeugen, sondern unterhalten wollen, was sie übrigens auch machen. Alles erscheint doch zu sehr klischeehaft und überdreht.
Fazit: Der Film glänzt nicht durch filmische oder darstellerische Leistung, aber er kann unterhalten und vielleicht die eine oder andere Beziehung therapieren. Denn das wichtige an einer Beziehung ist nicht nur Sex, sondern Ehrlichkeit dem Partner gegenüber, so der Film.
Wie passen der brennende Busch, aus dem Gott zu Moses sprach (Buch
Exodus, Bibel) und George W. Bush zusammen? Ganz einfach, so ein großer
Unterschied besteht doch zwischen Gott und dem amerikanischen Präsidenten
nicht mehr, so führt sich der Bush Junior zumindest auf. Glauben Sie nicht,
dann schauen sie den Kurzfilm "Das Buch Exodus" an. Den Image-Spot
für oder doch gegen George W. Bush als jetzigen und zukünftigen
Präsidenten der USA präsentiert Thomas Schlagkamp, Student der
Filmakademie Baden-Württemberg auf den Hofer Filmtagen und steuert damit
den kürzesten Beitrag (3 min.) zu den Festival dazu. Kurz aber prägnant.
Bilder aus dem Krieg gegen den Irak und Reden des Präsidenten, unterlegt
mit der biblischen Geschichte sollen alle Zweifel an der Glaubwürdigkeit
der Regierung Bush ausräumen. Wenn Michael Moore noch unbedingt
"Fahrenheit 9/11" jedem Amerikaner vor der Wahl nahe bringen will,
dann sollte er diesen Spot ins Vorprogramm nehmen. Die
Präsidentschaftswahlen 2004 stehen vor der Tür, was auch der Grund ist,
warum der Hauptdarsteller zurzeit leider verhindert ist und nicht auf dem
Festival erscheinen kann, so der Regisseur. Ach ja ... "And may God
continue to bless the United States."
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| Daten |
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Regie: Gil Mehmert, |
Warum spielte Günther Netzer eigentlich so übermenschlichen Standfußball? Wie kam es zu seinen übergroßen Füßen, seiner Frisur und seinem Namen? Auf all diese Fragen gibt "Aus der Tiefe des Raumes" ganz neue Antworten. Herrlich absurd beschriebt er die Geschichte eines auf wundersame Weise gewachsenen und menschlich gewordenen Tipp-Kick-Männchen, das nicht nur das (Liebes-)Leben seines Besitzers sondern auch die gesamte Fußballwelt auf den Kopf stellt.
Für Theaterregisseur Gil Memhert ist es der erste Spielfilm. Ein beachtliches Debut, das in Hof mit brüllendem Gelächter und viel Applaus bedacht wurde. Sogar Szenenapplaus gab's für besonders gute Gags. Auch für die Produzenten Philipp Budweg, Johannes Schmid war es der erste Film ihrer Münchner Produktionsfirma Schlicht & Ergreifend. Mit einfachen Mitteln wollen sie Geschichten erzählen, die das Publikum fesselt. Das ist ihnen auf Anhieb gelungen. Am 16. Dezember kommt der Film deutschlandweit in die Kinos.
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