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Ausmustern

Ganz gleich ob die Filmaufnahmen auf Video oder Film entstanden sind, um am Computerschnittplatz (oder klassischen Schneidetisch) nicht im Material zu ersticken, muss man sorgfältig die besten Takes heraussuchen und die übrigen absortieren.

Diesen Vorgang nennt man Ausmustern. Neben dem Cutterbericht vom Dreh in dem Takes als Kopierer (K) oder Nichtkopierer (NK) gekennzeichnet sind, ist vor allem die subjektive Beurteilung ausschlaggebend.

Nur wenn Sie die Materialflut filtern, wird es möglich das Material sinnvoll im Schnittsystem zu organisieren und zu nutzen. In nebenstehendem Cutterbericht sind von den 7 gedrehten Wiederholungen (Takes) der Einstellung 8, Szene 27 nur die 2. 3. und 7. als Kopierer (K) gekennzeichnet.

Man schaut sich also diese 3 Einstellungen gewissenhaft an und entscheidet sich dann für eine, vorzugsweise die Beste! Die übrigen werden ausgemustert, sie können, falls man beim Schnitt Alternativen braucht, später noch immer herausgesucht werden.

Dann wird das ausgewählte Material in das System eindigitalisiert. Oder am Schneidetisch in die Filmrolle für den Schnitt eingefügt. Dabei ist es wichtig, klare, auffindbare Bezeichnungen für jeden Take zu vergeben. Im Computerschnittplatz gibt man die Klappennummern digital ein, beim Schneidetisch werden sie mit weißem Fettstift direkt auf den Filmstreifen notiert.

Anlegen

Bei Videomaterial sind Bild und Ton bereits parallel, bei Film muss der Ton separat eingespielt und dann angelegt werden, das heißt er wird zum Bild synchron gezogen.

Beim Schneidetisch wird der gleiche Vorgang mechanisch mit dem Perfoband zum Bild vollzogen. Synchronpunkt, also die Stelle in Bild und Ton, die beim Anlegen zur Übereinstimmung gebracht wird, ist die geschlossene Filmklappe. Man markiert diese Stelle im Bild und im Ton mit einem (weißer Fettstift) Kreuz. Dieses liegt genau auf einem Bildfeld. Auch im Perfoband markiert man die Stelle, wo das Klappengeräusch beginnt, mit einem Kreuz. Im Bild fährt man (langsam oder Einzelbild) präzise zu der Stelle, an der sich die Klappe geschlossen hat, im Ton legt man genau die Stelle, an der das Schlagen der Klappe zu hören ist, dorthin.

Dann läuft die betreffende Einstellung synchron. Nun muss nur noch die Länge von Perfoband und Film identisch gemacht werden, dann kann die nächste Einstellung im Bild angehängt und der Ton dazu angelegt werden.

Szenenfolge

Da sich die Einstellungen zunächst noch in der Drehreihenfolge auf den Filmrollen befinden, werden sie in einem nächsten Arbeitsgang in die richtige Reihenfolge der Szenen des späteren Filmablaufs gebracht. Das bedeutet, man beginnt mit allen Einstellungen der Szene 1 und hängt daran alle der Szene 2 etc. Auf diese Weise kann man sich einen groben Eindruck vom künftigen Film verschaffen, auch wenn es natürlich noch rohes, unbearbeitetes Material ist.

In der Workstation kann man die entsprechende Reihenfolge durch Aneinaderreihen der einzelnen Einstellungen auf der Timeline erzeugen.

 
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